Bangkok – das andere Gesicht

Für die letzten zwei Tage quartierten wir uns im Siam-Viertel ein. Dort erhält der Bangkok-Besucher einen ganz anderen Eindruck von der riesigen Metropole. Es ist DAS Zentrum des modernen Bangkoks, mit einer hohen Dichte an Wolkenkratzern und noch höherer Dichte an Einkaufszentren. Das Hotel buchten wir bereits in einem Internetcafe im Khao Sok und unsere Erwartungen wurden erfüllt. Wir waren mittendrin, die größten Shopping-Paläste waren von unseren Hotel fußläufig erreichbar. MBK, Siam Discovery, Siam Paragon und wie sie alle heißen. Wir hatten uns nur zwei davon vorgenommen und  begannen mit dem Budget-Kaufhaus MBK. Der Europäer kann sich in diesem Gewühl auf 7 Etagen schon schnell überfordert fühlen, vor allem in den oberen Elektroniketagen, wo bestimmt mehr als hundert identisch wirkende Stände insbesondere Handys und -zubehör verkaufen. Wie in einem überdimensionalen Ameisenhaufen. Im 5. Stock ist ein Food-Court, der sehr gute und recht preiswerte asiatische Küche bietet. Top!
Das zweite Kaufhaus Siam Paragon war eine Enttäuschung-bekannte westliche Marken und Ladenketten. Wer will schon im Bangkok europäische Mode einkaufen?
Ebenso zum Pflichtprogramm jedes Bangkok-Besuchers gehört eine kurze Desorientierungsphase. Auch wir hatten uns an diesem Abend verlaufen, nicht das erste und auch nicht das letzte mal.
Wir wollten auf einen dieser Hochhäuser, leider liefen wir immer noch wie Falschgeld durch die Straßen, ohne Karte oder Reiseführer und kamen nicht wirklich ans Ziel. Erschöpft und fast gargekocht gelangen wir schließlich doch in unser Hotel.
Am nächsten Tag und mit entsprechender Recherche stellen wir fest: das höchste Gebäude Bangkoks, der Bayokie Tower II mit seinen 84 Stockwerken und knapp 310 m Höhe war direkt vor unserer Nase, etwa 700m Luftlinie von unserem Hotel entfernt! Da mussten wir rauf. Für 300 Baht gelangt man an die Aussichtsplattform am Dach, eine Drehbühne mit einzigartiger Aussicht auf ein schier endloses Lichtermeer von Horizont zu Horizont. Es lohnt!

Nur der Weg dorthin ist etwas schwierig. Diesmal gingen wir zwar intuitiv, aber goldrichtig auf unser Ziel zu. Wir ließen uns auch nicht  von der engen und schmuddeligen Gasse verunsichern, die zu diesem Luxushotel führt. Wir sind eben in Bangkok.
Auf dem Weg dorthin nahmen wir noch ein kleineres Shopping-Mall mit und dort wurden wir unverhofft fündig. Tolle asiatische Mode zu asiatischen Preisen. Es heißt Shibuya19. Genau das haben wir die ganze Zeit gesucht-und wie sonst, es war natürlich mal wieder vor unserer Nase. Wir waren buchstäblich im Kaufrausch. Für wenig Euro nahmen wir sehr viele tolle Stücke mit. Und so füllten wir doch zum Schluss unsere Rucksäcke.
Enttäuscht waren wir hingegen vom Chatuchak-Markt, dort ist im Vergleich dazu eher Ramschware zu finden. Möglicherweise waren wir dort zu ungünstiger Zeit. Am frühen Nachmittag war dort nicht viel los, das Angebot eher minderwertig ( typische Touristenware) und viele Stände hatten zu.

Doch Vorsicht: so toll auch diese Eindrücke sind. Diese Stadt schlaucht und spätestens nach zwei Tagen möchte man nur noch eins: nach Hause…

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Ein Öffi-Tag

Der Urlaub naht doch dem Ende zu, wir müssen heute die Rückreise nach Bangkok antreten. Diesmal soll es aber gemütlicher werden. Schlauer als zu Beginn trauten wir nicht der Aussage im Reisebüro, der Zug sei fünf Tage im voraus ausgebucht. Wir gingen gleich im Anschluss ins Internetcafe und versuchten es auf eigene Faust. Bingo.
Es gibt einige Internetseiten, mit denen man in Thailand online Züge buchen kann. Erst beim 2. Anlauf und mit der Hilfe von Seat61kamen wir zum Erfolg und somit zu unseren online- Tickets. Diese kann man bequem mit der Kreditkarte bezahlen und selbst ausdrucken. Registrierung, Buchung, Zahlung. Jeder einzelne schritt ist bei Seat 61 ausführlich beschrieben, sodass wirklich jeder Dummie ohne Schwierigkeiten sein Ticket bekommt.
Unser Nachtzug fährt um 18.37 von Surat Thani los und kommt morgens um 6.30 in Bangkok an. 2. Klasse im klimatisierten Schlafwagen kostet uns beide zusammen 1.550 Baht. Und der Komfort ist ausgezeichnet. Die breiten Sitzbänke werden in ein paar Handgriffen zu einer Liege umfunktioniert, die obere Liege ist in der Decke versenkt und wird im Nu umgeklappt. Sehr ausgeklügelt!
Nun galt es noch, die etwa 100km von Kao Sok nach Surat Thani zu bewältigen. Nach der Erfahrung mit Reisebüros und engen Minibussen entschieden wir uns gegen das Joint Ticket und stellen uns nachmittags an die Haltestelle des öffentlichen Fernverkehrs. Was wir nämlich erfuhren: die Busse fahren stündlich und sind ebenso nach zwei Stunden am Ziel. Die Reise ist sogar viel komfortabler, der Bus fährt schnell und war in unserem Fall sogar klimatisiert. Nur bezüglich des Preises sind wir höchstwahrscheinlich übers Ohr gehauen worden. Wir zahlten jeweils 150 Baht, rechneten aber eigentlich mit ca. 80-100. Ist halt immer noch billiger als in Touribussen und viel authentischer… Aber wer will schon wegen 1-2 Euro streiten. Der schlaue Reisende sollte sich vorher evtl. informieren.
Wir nutzten dir 2,5 Stunden Wartezeit am Bahnhof, um die nächsten Straßen zu erkunden und etwas zu essen. Mit Erfolg. Schon bald entdecken wir einen Markt und ließen uns auf den geliebten Plastikstühlen nieder. Wie wir sie vermissten, diese typischen Garküchen! Nur die Bestellung war etwas problematisch, das Mädchen sprach kein Wort englisch. Also wählten wir per Fingerzeig direkt am Stand. Sehr lecker, und diesmal tatsächlich auch etwas anderes als die gewohnten Gerichte. Preis: 30 Baht. Wir waren die einzigen Touristen weit und breit.

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Ruf des Dschungels

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Vergesst den Norden. Vergesst die Inseln. Der wahre Abenteurer und Dschungelheld zeigt sich im Khao Sok. Der Norden bietet tolle weitläufige Bambuswälder, den tropischen Regenwald gibt es jedoch nur im Süden. Diese einzigartige Landschaft zieht sofort jeden Besucher in ihren Bann. Die Artenvielfalt ist so atemberaubend, dass man innerhalb kurzer Zeit funkelnde Augen bekommt. Spätestens wenn man einem Makaken oder einem Chamäleon in die Augen schaut.
Die Zugangsstraße zum Park ist mit Guest Houses gesäumt, von denen die meisten neben  Bungalows auch Baumhäuser anbieten.
Im Park selbst gibt es wenige sich verzweigende Wanderwege, die aber absolut lohnend sind. Und mit ein bisschen Glück und guten Augen entdeckt man so einiges von der großartigen Tierwelt. Zweifelsohne wird man sie zumindest hören. Die Geräusche des Dschungels sind laut und vielfältig. Neben extrem lauten Zikaden (vergleichbar mit einem Holzsägewerk) gibt es jede Menge Gezwitscher, Rufe und Schreie, die Fantasie wecken.
Und wenn plötzlich viel Laub auf den Boden fällt, sollte man unbedingt die Augen nach oben richten und in den Baumspitzen nach Affen Ausschau halten. Sehr süß, wie die Makaken zu uns rüberspähten. Da weiß man nicht, wer tatsächlich wen beobachtete.
Wir wanderten an zwei Tagen im Regenwald, am zweiten Tag wollten wir zu einem Wasserfall. Ca. 2km vor dem Ziel entschieden wir uns jedoch umzudrehen. Dafür gab es hinreichend Gründe. Welcher davon uns letztendlich zum Umkehren brachte, sei dem Leserurteil überlassen.

1. der Weg wurde unklar, da an einer Kreuzung die Wegweiser zerbrochen am Boden lagen
2. die meisten “waterfalls“ in Thailand sind häufig eine Enttäuschung und eher Kaskaden
3. wir stellten fest, dass es knapp werden könnte, noch im Hellen zurück zu kommen
5. wir fürchteten den Regen; wir konnten schon am Tag zuvor erfahren, wie sich ein Tropenregen anfüllt. Warm, aber heftig.
4. es regnete Blutegel, plötzlich waren sie auch auf unseren Armen; nachdem wir beide mit gewissem Ekel schon einige von den Füßen absammelten, hatten wir keine Freude daran, weiter ins Dickicht zu gehen

Wie toll es auch war. Nach diesen zwei Tagen stellen wir fest: wir sind doch keine Nehbergs…
Übrigens, den Regen durften wir an dem Tag noch intensiver erfahren, Gott sei dank waren wir schon raus aus dem Wald.

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Verdammte Joint Tickets: die Fahrt zum Khao Sok

Gut getrocknet nach dem tropenregen sitzen wir hier bei einem mindestens ebenso trockenen Rotwein (angeblich aus Südafrika) in unserem feuchtwarmen Dschungelressort im Khao Sok Nationalpark. Die erste Anlaufstelle, die wir gestern genommen hatten. Und das kam so:

Pünktlich um 10 Uhr verließen wir mit dem völlig überfüllten Songtaew Mai Pen Rai. Die Tour über ausgefahrene Schlammlochpisten bis zum Fährhafen Thongsala dauerte eine gute halbe Stunde, unsere Rucksäcke auf dem Dach. In Thongsala wurden wir wie gewohnt mit farbigen Stickern ausgestattet und warteten geduldig in sengender Sonne auf die Abfahrt unseres Schiffes nach Donsak-Pier. Gut zwei Stunden dauerte die Überfahrt nur. Was in Thailand nicht bedeutet, dass man auch schnell am Ziel ankommt: zunächst fuhr uns ein klappriger alter Reisebus (mit verchromten Ventilatoren am Dachhimmel!) in Richtung Surat Thani, wo wir in einen Minibus umsteigen sollten. Stattdessen bog er in einen dubiosen Waldweg ein, der an einer ziemlich schäbigen Haltestelle endete. Die Bangkok-Fahrer wurden sitzengelassen, während wir in einen komfortablen VIP-Bus umstiegen. Dieser fuhr uns eine halbe Stunde und gefühlte 5 km weiter in die Stadt Surat Thani, um an einer belanglosen Geschäftsstraße vor einem Reisebüro zu halten. Dort war erstmal Ende. Wie zufällig kamen gerade Obst- und Imbissverkäufer aus ihren Löchern und boten uns ihre Waren feil. Wir saßen eine gute halbe Stunden auf unseren Ruckäcken. Ein Mann klopfte bereits die Reisenden ab, um ihnen bei der Unterkunftssuche im Khao Sok “behilflich” zu sein. Thomas versuchte er zu überreden, das Jungle Hut Ressort zu vermitteln, denn es sei doch dann stockdunkel und überall Dschungel… wir ließen uns natürlich nicht darauf ein und wollten frei entscheiden und uns die schönste Unterkunft selber aussuchen. How to waste time on the road? Just book a joint ticket…

Um 7 Uhr abends kamen wir endlich an bzw. wurden an der Hauptstraße abgesetzt. Die letzten 2 km sollte jeder auf eigene Faust weiter, zufällig war gerade ein Taxifahrer vor Ort. Die erste frage wie üblich lautete: did you book?
Wir hatten keine Lust auf Schlepper und gingen einfach zu Fuß weiter, Blitz und Donner begleiteten uns bereits. Auch deshalb nahmen wir bereits die erste Bungalowanlage ins Visier, die von aussen sehr schön aussah: das Tree House Ressort.

Hier sollten wir unser Quartier für drei Nächte aufschlagen, eine weitere Nacht war im Tree House nicht mehr möglich. Aber es gibt hier genügend vergleichbare Ressorts mit solchen Baumhäusern, alle kosten etwa das gleiche: rund 1000 Baht pro Nacht.

Bereits hier im Tree House kam richtiges Dschungel-Feeling auf. Die Anlage wirkt großzügig, die liebevoll eingerichteten Baumhäuser befinden sich in einer authentisch angelegten Dschungel-Landschaft. Die Häuser sind natürlich nicht geckodicht – ängstliche Zeitgenossen sollten besser eines der klimatisierten Steinhäuser wählen. Auch uns wurde leicht mulmig, als zwei kapitale Geckos lautstark Revierkämpfe im Bad austrugen. Ein weiteres Exemplar fand sich eines Abends oben in unseren Mückennetz wieder – und zwar auf der Innenseite… Thomas hat sich als guter Jäger behauptet und ihn mittels einer Plastiktüte an die frische Luft gesetzt. Aber keine Sorge – mehr Viehzeug gab es im Baumhaus bisher nicht, von einer Kakerlake und Ameisen im Bad abgesehen.

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Ko Phangan, Koh Phangan oder Koh Pha-Ngan?

Wegen Flugverspätung und Superstaus in Bangkok kamen wir mit hechelnder Zunge buchstäblich auf die letzte Minute zum vereinbarten Treffpunkt, einem Reisebüro nahe der Kao San Rd. Der Taxifahrer hatte für 80 Baht sein Bestes gegeben und mit dem alten Corolla jede Lücke genutzt, so kamen wir gerade richtig zum rituellen Klebepünktchen-Verteilen: diesmal Orange für Joint-Ticket nach Koh Phangan.

Bummelig zwei Stunden später trafen nacheinander drei riesige VIP-Busse ein (obwohl wir gar nicht VIP gebucht hatten). Spätestens da wurde die Situation für die inzwischen etwa 100 Wartenden leicht unübersichtlich, trotz bunter Sticker. Verschiedene Thais dirigierten uns in die drei Busse, die wohl in unterschiedliche Richtungen abfahren sollten: Koh Samui und Phuket in einen Bus, Koh Phangan und Koh Tao im anderen… Sehr verwirrend. Unser VIP Bus stellte sich als ziemliche Klapperkiste aus, immerhin gab es genügend Beinfreiheit. Gegen drei Uhr morgens – viel früher und anders als erwartet – erreichten wir Chompun Pier (und nicht Donsak), einen gottverlassenen Fährhafen mitten im Nirgendwo, wo wir weitere drei Stunden auf unsere Fähre warten mussten. Das dies das Ziel unserer Busfahrt und nicht eine weitere Pause ist stellten wir überrascht fest, als wir draußen über unser Gepäck stolperten.

Kurz nach 12 erreichte unsere Fähre endlich Thongsala auf Koh Phangan, wo bereits Dutzende Schlepper in ihren Songtaews auf die Reisenden lauerten. Wir staunten nicht schlecht, als die Fahrer 800 baht verlangten, um uns nach Than Sadet zu fahren. Wir verweigerten. Zufällig gerieten wir an das Taxi vom Mai Pen Rai, das uns für 200 Baht pro Person in unser Ressort brachte.

Das Mai Pen Rai liegt in der Than Sadet-Bucht, einem idyllischen Plätzchen an der Ostküste Koh Phangans. Unser Bungalow “on the rocks” hatten wir im voraus gebucht: die Lage oberhalb der Granitfelsen ist phänomenal, freie Sicht aufs Meer und tosende Brandung inbegriffen – auch nachts. Die Bungalows über den Felsen sind für uns die Favoriten und durch die versetzte Lage der Hütten schön einsam. Wir haben jedoch festgestellt, dass dem Ressort im Vergleich zu früher etwas Herzlichkeit fehlt (Thomas war vor fünf Jahren schon einmal hier) und alles etwas lustlos und kommerziell geführt wird. Das Restaurant ist nur noch mässig, die Preise happig. Dass der andernorts kostenlose Wifi-Zugang pro Tag 150 Baht kostet, spiegelt beispielhaft die Servicefreundlichkeit des Mai Pen Rai wieder… schade eigentlich. Aber es gibt Alternativen am Than Sadet Beach, die angeblich netter sein sollen. Generell gilt so oder so: das Leben auf den Touri-Inseln ist viel teurer als auf dem Festland, aber im Vergleich zu Europa natürlich noch immer spottbillig. Website Mai Pen Rai

Kho Phangan ist eigentlich als Partyinsel verschrien, was niemand glauben mag, der die einsamen Strände an der Ostküste bei einer Bootsfahrt entdeckt. Statt der berüchtigten Full Moon Party in Haad Rin nahmen wir das wesentlich kleinere Half Moon Festival irgendwo im Dschungel mit, eine farbenfrohe, ausgelassene Goaparty unter exotischer Kulisse, perfekt und routiniert organisiert. Untypisch für solche Festivals floss Alkohol in Strömen, wir mochten uns besser nicht vorstellen, wie sich das mit 10.000 Menschen auf der Full Moon anfühlt… Witzig: die vielen Künstler, die für 150 oder 200 Baht mit fluoreszierender Farbe Arme, Beine und Körper der Besucher bemalten. Alles in allem eine grandiose Atmosphäre. Vor dem Morgengrauen liessen wir uns vom Fahrdienst des Mai Pen Rai wieder abholen. Und daheim werden wir einige Fotos hochladen. Überhaupt ruhen fast alle unserer Fotos noch in der Kamera – keine Chance, sie in Thailand auf unsere Handys zu schaufeln…

Morgen fahren wir nach vier Nächten auf Koh Phangan weiter in den Kao Sok Nationalpark, dafür haben wir uns heute im Fährhafen Thongsala schon Tickets klargemacht…

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Endlich Urlaub – ein freier Tag in Chiang Mai

Wir gönnten uns eine Pause und den ganzen Tag NICHTS gemacht. Nach dem bisherigen Programm war das auch nötig. Wir holten unsere Bustickets in der Travel Agency ab. Unser Plan, einen Nachtzug ab Bangkok nach Surat Thani zu nehmen scheiterte, weil schlichtweg alles 5 tage voraus ausgebucht war. Auch unsere Flugtickets nach Bangkok wurden um die Hälfte teurer. Sie kosteten jetzt 75 Euro und die Abreise verschob sich um einen Tag auf Montag. Wer also einigermaßen planen kann, sollte rechtzeitig buchen.
Wir fahren jetzt also auf vier Rädern statt auf Schienen Richtung Süden. Die 11-stündige Fahrt mit dem A.C. Bus kostet 1000 Baht inkl. Fähre nach Koh Phangan (= 25 Euro).

Den Tag haben wir in Cafés und Bars verbracht und unsere Kräfte für DAS Abendevent gesammelt, den Sonntagsmarkt in Chiang Mai. Und es lohnte sich. Die ganze Stadt war auf den Beinen, der Markt ist längst keine rein touristische Attraktion. Die meisten Besucher sind Einheimische und die Auswahl ist äußerst reichhaltig. Vergesst den touristischen Night Bazaar. Der Sonntagsmarkt ist ungleich reizvoller, das Angebot wesentlich breiter, geschmackvoller und überdies viel günstiger. Besonders um die Tempelanlagen gibt es zahlreiche Garküchen zum Durchschlemmen. Aber Vorsicht: der Markt ist riesig und man verläuft sich schnell. In einer Bar unterhielten wir uns mit Louisa, einer forschen, aleinreisenden Frau um die 65 aus Montreal, die mit uns ein paar Tage zuvor die Elefanten bändigte. Sie hatte heute das völlig überlaufene Doi Suthep auf ihrem Programm gehabt, und offenbar war unser Entschluss richtig gewesen, diese bekannte Tempelanlage auslassen. Tempel haben wir in Chiang Mai nun genug gesehen.
Wer also nach Chiang Mai reist, sollte den Sonntagsmarkt unbedingt mitnehmen.
Video Thai-Kapelle

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Off the beaten tracks

Wir haben es dann doch gewagt. Wir suchten uns eine zweitägige Trekkingtour (only walking) auf angeblich wenig begangenen Pfaden aus.
Es ging schon sehr untypisch los. Wir wurden recht spät abgeholt und nach 1,5 Stunden Fahrt auf der Ladepritsche eines Songtaews gab es erstmal ein ordentliches Pad Thai und Mittagsschläfchen auf einer Veranda.
Dort trennen sich unsere Wege: während die anderen Sechs ihren Ausflugstag mit einstündigem Elefantenritt begonnen, gingen die einzig wahren Trekker – Lucie und Thomas – mit gleich zwei Guides auf Hikingtour durch den Bambus-Dschungel.

Die trockene Luft setzte uns ziemlich zu beim steilen Aufstieg. Warmer Wind wehte durch die Bambuswipfel und verursachte ein unheimliches Knacken und Knarzen, wenn die hohlen Bambusstämme gegeneinander schlugen. Diese eigentümlichen Töne vermischten sich mit fremdartigen Vogelstimmen zu einem exotischen Dschungelkonzert.

Nach vier Stunden Marsch erreichten wir unser Ziel: ein Hmong-Dorf, in welchem auch das versprochene Camp lag. Wir teilten uns mit den inzwischen eingetroffenen Mitreisenden ein einfaches Matratzenlager aus Bambus. Jedoch ist im Vergleich hierzu jede Alpinhütte ein Luxushotel.
Das weltreisende Engländerpärchen Becky und Lewies kamen sichtlich zurecht, während die drei Franzosen bereits bei der Ankunft leicht pikiert waren. Die Beklommenheit wuchs, als der jüngere Bruder des Guides angetrunken auf dem Motorrad eintraf um uns mit seiner Gitarrenkunst zu beglücken. Sein Englischwortschatz bestand vielleicht aus 30 Wörtern, sein Gesangsrepertoire war aber durchaus breiter.
Serviert wurde unterwegs geklauter Weisskohl mit irgendwas Undefinierbarem – geschmacklich farblos und meilenweit von dem Standard entfernt, den wir uns in der Kochschule erarbeitet haben. Spätestens in der Nacht beschäftigten wir uns in Gedanken mit möglichen Ungeziefern. Wir waren dankbar für unsere Hüttenschlafsäcke.
Noch ein Missgeschick: der übermütige junge Guide stürzte von seinem Motorrad und riss sich den ganzen Arm und Fuß auf. Unsere Gruppe leistete mit eigenem Antiseptikum und Verbandszeug erste Hilfe. Die Guides hatten offenbar nicht mal Pflaster mit…
Dieser Guide sollte uns morgen auf eine vierstündige Dschungeltour begleiten.

Die ungewöhnlich kalte Nacht war für die meisten nicht sehr erholsam, auch wegen der freilaufenden Hühner unmittelbar neben unserer Schlafstatt. Deren Gockel machte nächtens einige Male lautstark auf sich aufmerksam. Spätestens ab 4 Uhr stimmten die Hähne in der Nachbarschaft mit ein. Überhaupt beginnt das Leben hier mitnichten zu Backpackers Urlaubsaufstehzeit, sondern spätestens um 5 Uhr… da war es dann auch nicht mehr hilfreich, dass wir erst um 9:30 frühstücken sollten.

2. Trekkingtag:
Wir hatten uns entschieden, mit den anderen zu laufen, auch aus Sorge, der junge Guide könnte uns unterwegs mit seinem verletzten Fuß “verrecken “ und wir wären allein im Dschungel auf uns gestellt. So illusorisch war das durchaus nicht, denn er litt inzwischen unter starken Schmerzen und sein Fuß war dick angeschwollen. Victor, der sympathische Spanier versorgte ihn unterwegs mit Paracetamol. Nach 1,5 Stunden erreichen wir einen kleinen Wasserfall, an dem sich viele Schmetterlinge tummelten. Wir nutzten die Erfrischung und sprangen ins kühle Nass.
Nach einer halben Stunde erreichten wir das Dorf, von wo aus wir nach einer genießbaren Stärkung zu dritt
zum White water Rating antraten. In der Trockenheit bedeutet dies 2 kurze rapids mit durchaus Spaßfaktor, danach erwartete uns ruhiges Fahrwasser, den Bambusflößen hinterher. Für mehr Spaß sorgten die “Monkeys“, drei kleine Jungs zwischen 7 und 11 Jahren, die von den beiden Guides ins Boot mitgenommen wurden. Sie schonten sich gegenseitig ins knietiefe Wasser und paddelten um die Wette. Irgendwann wurden sie übermütig und man sah ihnen an, dass sie etwas im Schilde führen. Sie verabredeten sich, um gemeinsam Lucka über Bord zu werfen. Aber sie haben sich überschätzt. Es gelang ihnen nicht.

Resümee: diese Tour wirkte doch sehr improvisiert. Die Guides waren zwar hoch motiviert, sprachen aber kaum englisch, was eine Kommunikation praktisch unmöglich machte. Die Unterkunft ins essen waren lieblos, dafür war der Pfad sehr schön gewählt. Es wird bestimmt genügend Beispiele wir dieses geben. Es ist schwer, einen guten Anbieter zu finden. Einzige Möglichkeit ist, sich vorher gut zu informieren. Die Reiseführer raten davon ab, auf eigene Faust loszuziehen. Wir wissen nicht ob es verlässliche Karten gibt, jedenfalls wurden wohl schon des öfteren Touristen überfallen, weil arbeitslose Drogenschmuggler vom nahen “goldenen Dreieck“ inzwischen andere Einkunftsquellen suchen.

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Mr.und Ms. Mahout – ein Tag im Elefantencamp

Diese Art von Erlebnis gibt es nur in Asien. Statt eines Kurzbesuchs in einem Elefantencamp entschieden wir uns, einen ganzen Tag lang Mahouts zu spielen und einen persönlichen Dickhäuter zu dirigieren (Thomas) sowie zu hegen und zu pflegen (Lucka). Es sollte ein wundervoller Tag werden.
In zünftiger Arbeitskluft gekleidet und jeder mit einem 10-kg Sack Bananen bewaffnet durften wir uns zunächst einem Baby-Elefanten nähern. Die waren schnell weg, denn ein Elefant verschlingt am Tag ca. ein Zehntel seines Gewichts. Und das kann schon mal dauern…
Hiernach durften die 5 wichtigsten Kommandos am echten gutmütigen Großtier versuchen:
PAI – vorwärts
THOI – rückwärts
QUET – links, rechts
HAU - stop
THUNG – Bein heben (zum aufsteigen)

Diese Kommandos müssen sehr laut gerufen werden. Zum Nachdruck kann der Reiter sanft die Beine einsetzen.
Der Ausritt zeigte uns die Realität. Die Elefanten machten was sie wollten. Und das war hauptsächlich fressen, alles was sich am Wegesrand darbot. Es kostete Thomas viel Kraft und schließlich seine Stimme, bis unsere störrische Elefantendame den Gipfel mit behänder Leichtigkeit erklomm. Den anderen ging es nicht besser. George sah zwar wie eine Jesus-Kopie aus, der Amerikaner gab aber schon nach 10 Minuten auf. Wir beide konnten uns nicht einigen, wem es schlimmer erging. Während Thomas sein Bestes auf dem Elefantennacken gab, wurden Lucies Sitzbeinhöcker aufs Schlimmste malträtiert. Der Elefantenrücken ist einfach unbequem.
Oben angekommen tauschten wir die Plätze. Und plötzlich ging es forsch voran! Dies lag freilich weniger am Talent der neuen Reiterin als vielmehr daran dass die Tiere Wasser witterten.
Unten am Fluss gingen sie schnurstracks ins feuchte Nass. Nur unsere Lady zog es am Ufer vor, sich und der Reiterin ein Kiespeeling mit ihrem Rüssel zu verabreichen. Es regneten Steine…
Süß anzusehen, wie genüsslich sich die Riesen im Wasser wälzten und warteten, dass wir ihnen den Rücken schrubbten.
Fazit: für Elefantenfans obligatorisch. Aber einen vollen Tag investierten!

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Chiang Mai

Willkommen in der Ruheoase! Dieses Gefühl überkommt zwangsläufig jeden Reisenden aus Bangkok, der in Chiang Mai eintrifft. Die Taxifahrt zum Guesthouse haben wir bequem am Flughafen direkt gegenüber dem Gepäckband für 120 Baht = 3 € (Festpreis Innenstadt) gekauft. Fürs iPhone hatte ich zuvor das Chiang Mai-App von Lonely Planet geladen und der Taxifahrer fuhr das erstbeste Tipp – das Sri Pat Guesthouse in der Soi 7 – an: Volltreffer! Es ähnelt mehr einem Hotel, liebevoll eingerichtet und sehr zuvorkommend geführt. Und vor allem ruhig gelegen, in einer Seitenstraße am östlichen Stadtrand, und doch mitten im Herzen der Backpacker-Welt. Für 1000 Baht springt man in Chiang Mai um eine glatte Kategorie höher als im Khaosan-Viertel von BKK und freut sich an einem echten Balkon (Bad separat), guter Klimaanlage und vergleichsweise himmlischer Ruhe!

Chiang Mai wird als Basiscamp für Treks gehandelt – tatsächlich buhlen unzählige Reisebüros mit nahezu identischen Tourangeboten um Touristen. Die verschiedenen Angebote lassen sich beinahe an einer Hand abzählen: Elefantenritte, Dschungeltrekking mit Wasserfall und Rafting-Einlagen oder Besuch von Bergvölkern. Man kann sich praktisch nicht von touristischer Ausbeute einiger auserwählter Stämme distanzieren, wenn man einen Dschungeltrek bucht. Also werden auch wir zwei Tage “Dschungel buchen”, um wenigstens mitreden zu können.

Ein Standardprogramm haben wir heute bereits absolviert: einen Kochkurs in der Thai Cooking Farm. Der hat einfach total Spaß gemacht! So ein Kurs ist absolut nichts für Kostverächter. Er beginnt morgens mit dem Besuch eines Lebensmittelmarktes nebst Zutatenkunde. Die Kochschule liegt auf einem idyllischem Bauernhof einige Km außerhalb der Stadt. Ein Rundgang durch den Garten mit Schnuppermöglichkeit liefert einen Überblick über die Vielfalt der typischen Aromen, die zu einem Thai-Curry gehören.

Jeder Teilnehmer konnte sich ein fünfgängiges Menü aus Klassikern der Thai-Küche zusammenstellen. Nach dem dritten Gang gaben wir auf und ließen uns unsere selbstgekochten Speisen auf landestypische Weise in PE-Beuteln verpacken. Jetzt, wo wir abends beim Bier in einer Kneipe diesen Blog schreiben, bekommt Lucka Hunger auf unser im Hotel-Kühlschrank deponiertes Essen…

Pad Thai hier klicken

Unsere Kreationen waren übrigens geschmacklich von original Thai-Küche nicht zu unterscheiden – zumindest nicht für europäische Gaumen.

http://www.thaifarmcooking.net

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Die schwimmenden Märkte

Die schwimmenden Märkte in ihrer ursprünglichen Form soll es nur noch in Damnoen Saduak geben. Die ehemals zahlreichen Klongs in Bangkok sind längst den Straßen gewichen und wurden großenteils zugeschüttet.
Wir machten es uns einfach und kauften für 350 Baht ein Busticket im Reisebüro. Die Abholung vom Hotel mit wie immer voll klimatisiertem Bus klappte wie am Schnürchen. Alle Fahrgäste wurden mit bunten, jedoch unterschiedlichen Stickern ausgestattet, und bald wussten wir warum. Nach fast 45 Minuten Fahrt wurden wir wieder ausgespuckt, nicht weit weg von unserem Guest House, um uns mit anderen Wartenden zu vermischen und wieder gemäß den Farben umzusteigen. Endlich ging es los.
Unsere Erwartung an Damnoen Saduak: quirlige Boote, beladen mit farbenfrohen Bergen voll Obst und Gemüse. Garküchen auf den Wasser. Die Wirklichkeit: noch mehr Boote, beladen hauptsächlich mit Souvenirs und Billigklamotten. Wir stiegen für 150 Baht in ein Paddelboot. Eine schicke Frau mit gelber Tracht und Strohhut ruderte uns geschickt durch das Chaos von Verkäufern, Paddel- und Longtail-Booten. Hin und wieder wurden wir von gierigen Verkäuferinnen mit einem Bootshaken geentert. Gott sei Dank wurden wir auch freigelassen, ohne was zu kaufen. Unterwegs auf dem Wasser gab es tatsächlich genügend Möglichkeiten, direkt im Boot aus einem brutzelnden Kochtopf bedient zu werden. Unser Favorit: gegrillte Bananen. Köstlich!

Dennoch bleibt ein Gefühl, das wir die Hauptveranstaltung verpassten. Generell kommen die Touristengruppen viel zu spät an. Der Markt für die Einheimischen beginnt bereits um 7 Uhr. Einen Hauch uriger Marktatmosphäre erhascht der Tourist jedoch allemal.
Unsere Empfehlung: hinfahren, aber auf eigene Faust und vor allem zeitig!

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